Rückblick
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Pfarreineugründung in Limbach-Oberfrohna

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit gründete Bischof Heinrich Timmerevers am Sonntag, dem 10. Mai 2020, die neue katholische Pfarrei Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein, unter dem Leitwort: Jesus spricht: "Habt Mut! Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.", mit Sitz in Limbach-Oberfrohna. Damit wurden die bisherigen Pfarreien St. Joseph Borna, St. Benno Geithain - Bad Lausick, Mariä Unbefleckte Empfängnis Limbach-Oberfrohna, St. Laurentius Mittweida und Heilig Kreuz Wechselburg der seit 1. Januar 2015 vorangegangenen Verantwortungsgemeinschaft aufgehoben. Die neue Pfarrei ist flächenmäßig eine der größten im Bistum Dresden-Meißen, in ihr leben etwa 3.700 Katholiken. Pfarrer Dietrich Oettler leitet die neue Großpfarrei. Weitere Mitglieder im Pastoralteam sind Kaplan Thomas Wiesner, der Wechselburger Benediktinerpater Ansgar Orgaß OSB sowie die Gemeindereferenten Sabine Bley und Thomas Gömbi.

Eigentlich sollte die Pfarreineugründung mit Bischof Timmerevers und einem großen Festgottesdienst gefeiert werden. Angesichts der Corona-Virus-Epidemie beschränkte sich diese Neugründung vorerst auf den formalen Rechtsakt, der feierliche Gottesdienst wird voraussichtlich im Oktober nachgeholt. Für den neuen leitenden Pfarrer erteilte der Bischof eine Dispens, damit dieser sein Amt auch ohne die übliche öffentliche Einführung antreten konnte.
Text: Philipp Ramm

Video: MDR

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Fotos: Sabine Bley (Ikone) & unbekannt

Katholische Gemeinde neu gegründet

Borna. Seit diesem Monat (Sonntag, 10. Mai 2020) gibt es die neue katholische Pfarrei Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein, in der auch die bisherige katholische Gemeinde mit Sitz in der Bornaer Stauffenbergstraße aufgegangen ist. Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistums Dresden-Meißen, nahm den formalen Gründungsakt vor. Der ursprünglich geplante Festgottesdienst fiel den Pandemie-Beschränkungen zum Opfer und soll am 4. Oktober nachgeholt werden.

Die neue Pfarrei trägt den Namen der Frauenrechtlerin und Philosophin Edith Stein, die im KZ Auschwitz umkam. Neben der bisherigen Pfarrei St. Joseph in Borna gehören auch die Pfarreien St. Benno Geithain - Bad Lausick, Mariä Unbefleckte Empfängnis in Limbach-Oberfrohna, St. Laurentius in Mittweida und Heilig Kreuz in Wechselburg dazu. Die neue Pfarrei ist eine der flächenmäßig größten im Bistum Dresden-Meißen. Die Gemeinde zählt etwa 3.700 Katholiken. Leiter der neuen Gemeinde ist der bisherige Bornaer Seelsorger Pfarrer Dietrich Oettler. Zum Pastoralteam gehören außerdem der Bornaer Kaplan Thomas Wiesner, der Wechselburger Benediktinerpater Ansgar Orgaß sowie die Gemeindereferenten Sabine Bley und Thomas Gömbi.

Mit der Gründung der neuen Großgemeinde findet die Umstrukturierung im Bistum Dresden-Meißen auch zwischen Leipzig und Chemnitz ihren Abschluss. Die Entscheidung für Edith Stein als Namensgeberin für die neue Pfarrei ist das Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses innerhalb einer Steuerungsgruppe, die den Zusammenschluss der bisher selbstständigen Gemeinden vorbereitet hat. Dass die Gemeinde den lateinischen Ordensnamen Teresia Benedicta vom Kreuz der konvertierten Jüdin Edith Stein trägt, war der ausdrückliche Wunsch des Dresdner Bischofs Heinrich Timmerevers.

Im vorigen Jahr hatten die Bornaer Katholiken das 100-jährige Bestehen ihrer Gemeinde gefeiert. Für die neue Pfarrei wird jetzt ein neues Logo gesucht. Dazu gibt es einen Ideen-Wettbewerb, dessen Ziel es ist, eine Grafik zu finden, die alle fünf Gemeinden unter dem Patronat von Edith Stein zu verbinden. Entwürfe sind nach Angaben der Gemeinde sowohl von Hand als auch am Computer erstellt möglich. Einsendeschluss ist am 31. Juli.
Text: Nikos Natsidis, Leipziger Volkszeitung (30.05.2020)
Foto:

Zum Neustart eine Ikone
Mit Edith Stein als neuer Pfarrpatronin sind die Katholiken aus Borna, Geithain - Bad Lausick, Limbach-Oberfrohna, Mittweida und Wechselburg in ihre gemeinsame Zukunft gestartet. In der Pfarrkirche in Limbach-Oberfrohna soll künftig eine Ikone der Heiligen ihren Platz finden.

Limbach-Oberfrohna. Vor beinahe zehn Jahren hat Sabine Bley die orthodoxe Tradition der Ikonen-Malerei für sich entdeckt. In verschiedenen Klöstern hat die Wechselburger Gemeindereferentin an Kursen teilgenommen, die ihr die Maltechnik und die geistliche Dimension des Ikonen-Schreibens – so die einschlägige Bezeichnung – näherbrachten.

Beim Fertigen einer Ikone kommt es weniger auf Einfallsreichtum an, erfuhr sie dabei. Ikonenmaler fertigen in der Regel Kopien an. Mit ihrer Arbeit öffnen sie sich der Glaubens- und Erfahrungswelt der Christen, die vor ihnen das gleiche Bildmotiv bearbeitet haben. "Eine Ikone zu malen, ist wie ein Gebet", sagt Sabine Bley.

Ausdruck eines facettenreichen Lebens

Den Vorschlag von Pfarrer Dietrich Oettler, eine Ikone der Pfarrpatronin zu schaffen, hat sie gerne aufgegriffen. "Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein" lautet der vollständige Name der Pfarrei. Er greift den Ordensnamen und den bürgerlichen Namen der 1998 heiliggesprochenen Karmelitin auf, unter deren Patronat sich fünf sehr unterschiedliche Gemeinden zusammenfinden.

Sabine Bley war es wichtig, die vielfältigen Facetten in Edith Steins Leben ins Bild zu bringen: Ihre jüdischen Wurzeln, symbolisiert durch den Davidsstern, ihr christliches Leben im Symbol des Kreuzes. Der Stacheldraht weist auf ihr Martyrium hin. Der Text auf der Schriftrolle weist sie als Philosophin und Mystikerin aus und schafft einen Bezug zum Leitwort der neu gegründeten Pfarrei: Jesus spricht: "Habt Mut! Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben." Edith Stein habe sich zeitlebens als Suchende nach der Wahrheit verstanden, als junge Frau bezeichnete sie sich selbst als Atheistin. "Sie passt also bestens in unsere Region", findet die Ikonenmalerin. Fasziniert habe sie die Ordensfrau schon lange, zur Edith-Stein-Expertin sei sie auch nach Fertigstellung des Bildes längst nicht geworden.

Wechselburger speisen gerade mit Edith Stein

Ein wichtiger Schritt der Annäherung sei die Ikone durchaus gewesen. Sabine Bley hat dabei nicht nur auf eine Darstellung zurückgegriffen, sondern Elemente mehrerer Edith-Stein-Ikonen zusammengefügt, die sie im Internet fand. Nachdem sie zunächst zu Hause mit der Arbeit an dem Bild begann, brachte sie es im März 2020 bei einem Ikonen-Kurs unter Leitung von Elisabeth Rieder im bayerischen Benediktinerkloster Niederaltaich zur Vollendung. Gegenwärtig begleitet Edith Stein sie bei den täglichen Tischlesungen mit den Benediktinern in Wechselburg. Die Mönche hören bei ihren Mahlzeiten gerade Edith Steins "Autobiografische Schriften einer suchenden Frau".

Seit einigen Tagen ist ein Termin für die feierliche Pfarreineugründung in Limbach-Oberfrohna festgelegt, die am 10. Mai nur als Verwaltungsakt vollzogen werden konnte. Im Festgottesdienst am 4. Oktober wird Bischof Heinrich Timmerevers auch die Ikone segnen, die in der Pfarrkirche in Limbach-Oberfrohna fortan an die Patronin erinnern wird.
Text: Dorothee Wanzek, Tag des Herrn (31.05.2020)
Foto: Sabine Bley
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