Rückblick
...
Die Kirche gerockt
Neujahrskonzert in der katholischen Gemeinde

Borna. Das nunmehr zwölfte Neujahrskonzert mit Liedern und Texten zum Ausklang der Weihnachtszeit fand vorgestern Nachmittag (Sonntag, 12. Januar 2014) in der katholischen Kirche in der Stauffenbergstraße statt. Das Konzert ist mit seinen musikalischen Beiträgen von Gemeindegruppen und -gliedern sowie anderen Künstlern ein fester Bestandteil im Jahresprogramm der Bornaer Pfarrgemeinde. Zuvor hatte Pfarrer Dietrich Oettler zum Neujahrsempfang in den Gemeindekeller eingeladen.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem Gemeindelied "Engel auf den Feldern singen", das von der Orgel begleitet wurde. Gemeindemitglied Torsten Lerbs hatte die zahlreichen Gäste in der vollen Kirche begrüßt und darauf hingewiesen, dass mit dem Sonntag die Weihnachtszeit endet. Für den ersten solistischen Auftakt sorgte Pfarrer Oettler mit dem Lied "O come, O come, Emmanuel", bei dem er sich selbst mit der Gitarre begleitete. Anschließend sorgte der Chor der Gemeinde St. Joseph unter Leitung von Elisabeth Kreißig mit Weihnachtsliedern wie "Seht, das Wunder ist geschehen" noch einmal für weihnachtliche Stimmung.

Viel Applaus heimste sich auch Mara Scholz ein, die mit ihrer Altblockflöte ein Stück von Philipp Telemann darbot. Ein besonderes Highlight war schließlich der Auftritt der Leipziger Singer-/ Songwriterin Nadine Maria Schmidt. Ihre tiefe rauchige Stimme zog die Besucher in der Kirche sofort in ihren Bann. Die tiefgründigen Texte luden zum Nachdenken, aber auch zum Träumen ein. Nadine Maria Schmidt sang ihre Lieder flüsternd und zerbrechlich, aber auch jubilierend. "Mein Ziel ist es, keine Angst vor dem Tod zu haben, und das verarbeite ich auch in meinen Liedern", erklärte die sympathische Strahlefrau.

Nach ihrem Auftritt sorgte Gemeindeglied Torsten Lerbs für eine Auflockerung mit einer Geschichte über einen Esel in der Krippe von Bethlehem, in der sich das Tier beschwert, weshalb Gott ihm nur eine graue Farbe gegeben habe und ein nicht allzu gutes Gedächtnis sowie eine unvorteilhafte Stimme.

Annegret Maisel, Pfarrer Franz Scharfenberg und der kurdische Musiker Hawre Rafiq Faraj spielten zwei Stücke von Jaques Offenbach auf dem Cello. "Jetzt hatten wir unseren Esel im Selbstmitleid zurückgelassen, nun wollen wir mal schauen wie die Geschichte ausgeht", so Torsten Lerbs. Am Ende gab es ein gutes Ende für das Grautier. Er wurde zum Reittier für einen Friedensboten. Hawre Rafiq Faraj präsentierte ein Lied aus seiner Heimat mit dem Titel: "Masquam Sabah".

Nicht nur Solokünstler verzauberten die Gemeindeglieder. Auch die Jugendband der Pfarrei stellte sich vor, unter anderem mit dem Song "You're wonderful to me". Sängerin Nadine Maria Schmidt lud schließlich die Besucher zum gemeinsamen Singen ein: "Jetzt rocken wir die Kirche".

Vor dem Konzert hatte Pfarrer Oettler, seit November 2012 in der Bornaer Gemeinde, die Vorhaben der Gemeinde in diesem Jahr skizziert. Dazu gehört die Erneuerung der Heizung im Gebäude in der Stauffenbergstraße, wobei es sich um ein Projekt handelt, das mit 100.000 EUR zu Buche schlägt. Außerdem soll die Fassade des Hauses saniert werden, das zu Beginn des letzten Jahrhunderts errichtet wurde. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) sicherte Pfarrer Oettler dabei die Unterstützung der Stadtverwaltung zu.

Die Gemeinde, zu der auch die Katholiken in Deutzen, Regis-Breitingen, Frohburg und Kohren-Sahlis gehören und die aktuell etwa 1.000 Glieder zählt, habe mit dem Problem zu kämpfen, dass sie altere, so Oettler weiter. Deshalb müssten neue Formen bei der Betreuung der Gemeindeglieder gefunden werden.
Text: Nicole Rathge-Scholz & Nikos Natsidis, Leipziger Volkszeitung (14.01.2014)
Foto: Nicole Rathge-Scholz

Video: Siegmund Kokot

[Zum Vergrößern auf das Bild klicken.]
Fotos: Siegmund Kokot
[zurück]